1. Zukunft der Landwirtschaft
Die Jungen Liberalen setzen sich für die Aufrechterhaltung der Landwirtschaft in Deutschland und Europa ein. Die kleinen Bauern sind ein prägendes Element der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft und sollten deshalb weiterhin gefördert werden, um die Nahversorgung aufrecht zu erhalten.
Die bestehenden Qualitätsnormen, d.h. die Qualitäts-, Tierrechts- und Umweltvorschriften, sollen europaweit vereinheitlicht werden. Denn nur durch die Vereinheitlichung der Qualitätsnormen kann das Ziel eines subventionslosen Daseins erreicht werden.
Unter den gegebenen Umständen – also ohne europaweit einheitliche Standards - ist eine Subventionierung jedoch unumgänglich, da es den Unternehmen, die mit hohen Qualitätsstandards produzieren, nicht möglich ist, in preisliche Konkurrenz mit den ohne verteuernde Auflagen produzierenden Firmen auf dem europäischen Markt zu treten.
Nötig ist der Abbau von wettbewerbsverzerrenden steuerlichen Nachteilen innerhalb des europäischen Binnenmarktes in Bezug auf die Landwirtschaft. Auf dem Weg zu einem homogenen europäischen Binnenmarkt in der Landwirtschaft ist es notwendig, die steuerliche Belastung in den einzelnen Ländern aneinander anzugleichen. Auch hier ist der entscheidende Grund, dass die einen teurer produzieren müssen als die anderen, hinterher aber alle auf demselben Markt konkurrieren. Dabei kann es nicht Sinn der Sache sein, dass die Steuerschraube in allen Ländern auf das höchste Maß angezogen wird. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Die Jungen Liberalen setzen sich für eine Steuerbelastungsangleichung nach unten ein, damit Qualitätsmerkmale und nicht steuerliche Unterschiede in der Landwirtschaft marktentscheidend werden.
Ökologischer Landbau ist für die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein eine gleichwertige Alternative zur konventionellen Landwirtschaft. Eine Quotierung des Marktanteils von Produkten des ökologischen Landbaus am Lebensmittelmarkt widerspricht der Auffassung der Jungen Liberalen von einer freien Marktwirtschaft. Die ideologische Bevorzugung einer der Produktionsweisen seitens des Gesetzgebers widerspricht der freien Produktwahl durch die Bevölkerung und ist daher nicht hinzunehmen.
2. Gentechnik
Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein befürworten die Forschung zu medizinischen Zwecken in der sog. „roten“ Gentechnik, da diese großartige Möglichkeiten birgt, zukünftig schwere (Erb-)krankheiten besser behandeln oder sogar heilen zu können. Hingegen erkennen die Jungen Liberalen die sowohl ökologischen als auch ökonomischen und nicht zuletzt humanitären Konsequenzen durch die globale Expansion der „grünen“ Gentechnik. Die Auswirkungen der Agrikultur-Gentechnik sind z. T. irreversibel und gesundheitsgefährdend. Deshalb fordern die Jungen Liberalen das Europäische Parlament und die EU-Kommission ebenso wie die nationalen Landwirtschafts- und Verbraucherministerien dazu auf, die Gesuche der Industrie auf Zulassung von GVO-Saatgut und –Lebensmitteln mit einer entsprechenden Sorgfalt zu betrachten und dementsprechend besonnen darüber zu entscheiden.
Weiterhin bekennen die Jungen Liberalen sich zu einer EU-einheitlichen Kennzeichnung genetisch veränderter Lebensmittel sowie durch GVOs erzeugter Lebensmittel, die es dem mündigen Bürger ermöglichen für sich selbst zu entscheiden, ob er besagte Lebensmittel oder Medikamente konsumieren möchte oder nicht. Dies gilt im Besonderen auch für jene Lebensmittel, die indirekt über die Tiernahrung kontaminiert wurden (wie z. B. Milchprodukte).
Die Innovation dieser Technologie besteht in der Aussicht auf Produktverbesserungen, Rationalisierung der Produktion, sowie neuer medizinischer Behandlungsmethoden. Trotz unserer Befürwortung von Gentechnik sehen wir auch die Skepsis, die daraus resultiert, dass langfristige Auswirkungen auf den Organismus jetzt noch nicht absehbar sind.
3. Verbraucherschutz
Die Jungen Liberalen gehen vom Leitbild des mündigen Verbrauchers aus. Eine bevormundende Verbotskultur, bei der die Verbraucher vor allen möglichen Risiken durch präventive Verbote geschützt werden, lehnen wir ab. Die Verbraucher sollen grundsätzlich selbst entscheiden, welche Risiken sie eingehen möchten. Liberale Verbraucherpolitik will Menschen nicht vor dem Markt schützen, sondern sie im Markt stärken. Es gilt daher faire und transparente Bedingungen zu schaffen, damit die Verbraucherinteressen im Markt gewahrt werden. Dazu gehört aber auch, dass den Verbrauchern stets möglichst richtige und vollständige Informationen zur Verfügung stehen müssen, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Die Jungen Liberalen setzen sich deshalb für eine einfache und verständliche Kennzeichnung der Lebensmittel ein, insbesondere im Hinblick auf Zusatzstoffe, sonstige Inhaltsstoffe und gentechnische Veränderungen an Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen. Auch Medikamente, die mit gentechnisch veränderten Organismen hergestellt worden sind, sind entsprechend zu kennzeichnen. „Kennzeichnungspflichten“ und Werbeverbote, die der Bevormundung der Verbraucher dienen, sind mit dem liberalen Verbraucherbild jedoch unvereinbar.
4. Umweltschutz/Klimaschutz
Gerade in einem stark von Landwirtschaft und Natur geprägtem Bundesland wie Schleswig Holstein ist es notwendig, einen Konsens zwischen Natur und Mensch zu finden. Pragmatische Lösungen, nicht ideologische Regelungswut, sind gefragt, um für beide Seiten eine vernünftige und wirtschaftlich umsetzbare Lösung zu finden. Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein setzen sich für eine Novelle des Landesnaturschutzgesetzes ein, die mehr auf die Betroffenen und weniger auf die Interessen der Naturschutz-Verbände eingeht. Eingriffe in die Kulturlandschaft sollten dann ermöglicht werden, wenn dies dem Umweltschutz und den Landbesitzern durch ausreichend Ausgleichsfläche zu Gute kommt.
Im Bereich des Umweltschutzes ist darauf zu achten, dass einerseits die Grundlagen unseres Lebens so geschützt werden, dass auch in Zukunft ein Leben mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen und in vernünftigen klimatischen Bedingungen möglich bleibt. Aus diesem Grunde sind heutzutage Vorkehrungen im Bereich des Klimaschutzes notwendig. Einsparungen beim Energieverbrauch sind unvermeidlich. In diesen Bereich gehören Einsparmaßnahmen im Bereich von Beleuchtung (Energiesparlampen), bei der Wärmedämmung von Gebäuden und beim Benzinverbrauch sowie bei Heizungsanlagen. Andererseits ist nicht zu verkennen, dass rigide Regelungen in diesen Bereichen die Freiheit der einzelnen Bürger massiv beschränken können. Wenn aufgrund ständig zunehmender Auflagen Bauen immer teurer wird, die Heizungs- und Stromkosten stetig steigen und die Fortbewegung von Ort zu Ort unerschwinglich wird, beeinträchtigt dies die Freiheit der Bürger massiv. Hier ist vor allem sicherzustellen, dass Maßnahmen, die der heutigen Generation im Interesse der Gesamtheit auferlegt werden – z.B. in Gestalt strengerer Auflagen und damit höherer Kosten – auch von der Gesamtheit mitgetragen werden. So müssen z.B. Förderprogramme angeboten werden, um Energiesparmaßnahmen mitzufinanzieren. Zu vermeiden ist es, dass die heute junge Generation die Lasten des Klimawandels und der Energiewende im Wesentlichen allein tragen muss, nur weil vorherige Generationen lange Zeit nachlässig mit diesen Fragen umgegangen sind.
5. Küsten- und Meeresschutz
Die schleswig-holsteinischen Küsten, mit dem ökologisch wertvollen Gebiet des Nationalparks Wattenmeer, stellen als Naherholungsgebiet und Urlaubsregion einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor für Schleswig-Holstein dar. Nord- und Ostsee müssen daher geschützt werden. Um den Schutz der Küsten zu gewährleisten, ist es notwendig, die bestehenden Dämme ständig aus- und weiterzubauen.
Da die Konsequenzen eines ökologischen Kollapses durch Havarie katastrophal wären, setzen sich die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein für ein schnelleres Verbot der Einwand-Tanker schon ab 2015 ein.

